Kabarettist,
Sänger und Autor
Die Gage unterscheidet den Künstler vom Mensch.

Meigl Hoffmann ist immer schon einen Schritt weiter, stets auf dem Sprung zur neuen Erkenntnis und zu nächsten Pointe. Im besten Fall folgt aus dem einen das andere. Und umgekehrt. Applaus ist für ihn ein Motorengeräusch. So ist Hoffmann zwar immer ein paar Gedanken voraus - nimmt sein Publikum aber mit.

Janina Fleischer

Wenn man ihn bremsen könnte, wäre er gemütlich. Dennoch ist er ein Sachse aus Fleisch und Blut, mit Leib und Seele. Irgendwann verstand er sich als Punk, aus heutiger Sicht ist er eher ein Rebell im Frack. Er bricht die Formen, wie er sie auch beherrscht. Wenn es richtige Bürger gäbe, würde er sie schrecken. Und dann als Otto Reutter wieder versöhnen. Meigl Hoffmann ist dreist und charmant zugleich, er übertreibt mit Vorliebe und gehört in sofern gehört ohne Frage auf die Kabarettbühne. Als Maulheld mit Spieltrieb. Als Unterhalter wie auch als Spötter. Meigl Hoffmann ist neugierig und sucht das Risiko. Denn genau genommen kann man nur aus Fehlern lernen. Er meidet die Überschriften. Ihn interessiert das Kleingedruckte. Politisch ist bei ihm das Kabarett selbst, wenn er Otto Reutter singt. Thomas Freitag bezeichnete den Leipziger Kabarettisten einmal als ungeschliffenen Diamanten. Brillanz und Schliff würde ihn aber das Lebendige nehmen. Meigl Hoffmann ist nie ganz fertig und hat schon in sofern Zukunft.

Harald Pfeiffer (MDR Figaro)